Roger MacBride Allen
Waisen der Schöpfung
(1988) 1998

Wie jedes Jahr feiert die Paläoanthropologin Barbara Marchando das Erntedankfest in Gowrie House, dem geräumigen Landsitz der Familie. Beim Stöbern auf dem staubigen Dachboden zieht sie die alte verschlossene Truhe ihres schon längst verstorbenen Ururgroßvaters magisch an. Während unten die letzten Teller des Festtagsessens in den Fächern des Geschirrschrankes klappern, beschließt sie, die Kiste zu öffnen, an die sie sich weder in der Kindheit noch in den späteren Jahren herangewagt hatte. Von nun an ist es mit der beschaulichen Feiertagsruhe vorbei.

Was auf den ersten Seiten in dem Taschenbuch Waisen der Schöpfung wie ein banaler Spuk- und Geisterroman beginnt, entpuppt sich beim weiteren Lesen als äußerst spannende Lektüre. Mit Hilfe des in der Truhe gefundenen Tagebuches findet Barbara bei den eiligst improvisierten Ausgrabungen auf dem Familiengrundstück rätselhafte Gebeine, deren Entdeckung die ganze wissenschaftliche Welt auf den Kopf stellt.

Der sensationelle Fund konfrontiert den Leser direkt mit der menschlichen Vergangenheit und stellt die Sinnfrage: woher kam die Menschheit? Die Spur führt mitten ins Herz des afrikanischen Kontinents, in die dichten Wälder Westafrikas. Die letzte Etappe der Reise, das Ende des Weges, den Barbara Marchando mit dem Aufbruch der Truhe begonnen hat, beginnt.

Mit dem Buch Waisen der Schöpfung ist dem Autor der schwierige Spagat zwischen kurzweiliger Unterhaltung und lehrreicher Wissensvermittlung eindrucksvoll gelungen.

Amazon.de

More at: Alien Contact